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26.11.2014

Zahnarzthaftung – Patient erhält 5.000,00 € Schmerzensgeld wegen fehlerhafter Schienentherapie

Die zahnärztliche Versorgung der Patientin war grob fehlerhaft, da die zunächst begonnene Schienentherapie zur korrekten Positionierung des Unterkiefers mittels Protrusionsschiene frühzeitig abgebrochen wurde und sodann die prothetische Versorgung mittels Langzeitprovisorien durchgeführt wurde, obwohl die Patientin nach wie vor über Schmerzen im Kiefergelenk klagte.
Der gerichtlich bestellte Sachverständige hat zu dieser Behandlung ausgeführt, dass ein Verstoß gegen das „Dickgedruckte“ vorliege, wenn ein Zahnarzt während einer Schienentherapie den Zeitraum der geforderten Beschwerdefreiheit so deutlich unterschreite. Die Verschiebung des Unterkiefers sei ein dynamischer Prozess. Aufgrund der muskulären Beteiligung müsse die Endposition des Kiefers zunächst mittels eines beschwerdefreien Intervalls von mindestens 6 Monaten gesichert werden. Vorliegend wurde gegen vorhandene Leitlinien verstoßen in einer Art, die aus medizinischer Sicht nicht mehr nachvollziehbar erscheint.
Quelle: OLG Hamm, Urteil vom 6.6.2014 – Az. 26 U 14/13 – juris