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11.12.2014

Zahnarzthaftung – 7.000,00 € Schmerzensgeld bei falscher CMD Behandlung

Bei einem Patienten mit Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) muss zunächst eine funktionelle Therapie durchgeführt werden. Die endgültige Prothetische Versorgung, ohne Abwarten stellt selbst bei subjektiver Beschwerdefreiheit des Patienten einen zahnärztlichen Behandlungsfehler dar.
Die Behandlung hätte zunächst durch eine mehrmonatige funktionelle Therapie bis zur Behebung der CMD erfolgen müssen. Erst nach gesicherter Feststellung, dass die CMD behoben ist, darf mit einer prothetischen Versorgung begonnen werden.
In diesem Fall hatte der behandelnde Arzt vor Beginn der prothetischen Versorgung festgestellt, dass ein „überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad aufgrund dysfunktioneller Kaugewohnheiten“ vorliege. Der Sachverständige hat ausgeführt, dass eine CMD bestand. Auch wenn der Patient selbst keine Schmerzen oder Beschwerden empfunden habe, habe diese Erkrankung vorgelegen und vor Beginn der weiteren Versorgung des Gebisses mittels Prothetik erfolgen müssen.
Anmerkung: Zur Behandlung der CMD besteht eine wissenschaftliche Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) abrufbar unter www.dgfdt.de

Quelle: OLG Hamm, Urteil vom 4.7.2014 – Az. 26 U 131/13 - juris