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Strafrecht

Strafverteidigung

Die Vertretung von Beschuldigteninteressen umfasst das Gebiet der klassischen Strafverteidigung. Der Beschuldigte eines Strafverfahrens ist den personell und sachlich überlegen ausgestatteten Ermittlungsbehörden häufig hilflos ausgeliefert. Das Strafverfahren erzeugt gegenüber dem Beschuldigten einen immensen Druck und ist nicht selten existenzgefährdend. Hinzu kommt in vermeintlich öffentlichwirksamen Fällen eine oftmals gnadenlos vorverurteilende Berichterstattung. Der Beschuldigte in einem Strafverfahren bedarf daher eines gleichermaßen erfahrenen wie sachkundigen Beistandes, um seine Interessen in dem gegen ihn geführten Strafverfahren zu wahren. Nur über einen Verteidiger wird der Beschuldigte in die Lage versetzt, sich in allen Einzelheiten über den gegen ihn erhobenen Vorwurf in Kenntnis zu setzen. Erst dies macht eine fundierte Analyse des Tatvorwurfs und eine Beratung über die tatsächlichen Risiken des Verfahrens sowie den Entwurf einer Verteidigungsstrategie möglich. Die frühzeitige Einbindung eines Strafverteidigers in ein Strafverfahren ermöglicht wichtige Weichenstellungen in dem Verfahren zum Vorteil des Beschuldigten. Viele Fehler können hierdurch vermieden werden und Rechte des Beschuldigten können konsequent zur Geltung gebracht werden. Nach unserem Berufsverständnis sind wir bei einem Verteidigungsauftrag einseitig unseren Mandanten verpflichtet. Dies fordert in vielen Fällen ein geschicktes Verhandeln und in anderen ein unerschrockenes Eintreten gegenüber staatlichen Behörden. In jedem Fall fordert es einen Verteidiger, der die Zeichen eines Verfahrens lesen kann und die Verteidigung hierauf einzustellen weiß. Wie auf allen unseren Tätigkeitsfeldern sehen wir es als unsere Pflicht und auch unsere besondere Stärke an, unsere Mandanten, die uns mit ihrer Verteidigung beauftragen, auch über die Grenzen des Strafrechts hinaus zu beraten, denn in vielen Fällen löst ein vermeintlich strafrechtlicher Fall auch in anderen Rechtsgebieten Folgen aus. So wird etwa ein Ermittlungsverfahren gegen einen Arzt wegen eines Behandlungsfehlers in der Regel auch eine zivilrechtliche und gegebenenfalls auch berufsrechtliche Haftungsfolge aufweisen. Oder wird gegen einen Lehrer etwa wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, zeitigt dies in berufsrechtlicher Hinsicht erhebliche Risiken auf, die in eine ganzheitliche Verteidigungsstrategie mit einbezogen werden müssen. Bei aller Spezialisierung nehmen wir daher für uns in Anspruch, unsere Mandanten umfassend beraten zu können.

Beratung/Vertretung von Nebenbeteiligten:

Insbesondere in Wirtschaftsstrafverfahren ist häufig nicht nur der Beschuldigte von dem gegen ihn geführten Strafverfahren betroffen, sondern auch Dritte, insbesondere das Unternehmen des Beschuldigten. Bei einer Arrestierung von Unternehmensvermögen müssen unverzüglich sämtliche Möglichkeiten der Verteidigung hiergegen geprüft und gegebenenfalls zur Anwendung gebracht werden. Hier können wir in geeigneten Fällen durch frühzeitige und kompetente Vertretung der Unternehmensinteressen die Folgen für das Unternehmen in Grenzen halten und gegebenenfalls die aus einem Arrestbefehl folgende Insolvenz verhindern.

Beratung/Vertretung von Geschädigten:

Geschädigte von Straftaten sind in den vergangenen Jahren zunehmend mit Rechten ausgestattet worden. Ihren Wert für den Geschädigten entfalten diese Rechte natürlich nur, wenn auch kompetente Unterstützung zur Wahrnehmung dieser Rechte gewährleistet ist. Das Interesse eines durch eine Straftat Geschädigten, sich an dem Strafverfahren gegen den Beschuldigten zu beteiligen, kann unterschiedliche Gründe haben. Bereits die Erstattung einer Strafanzeige kann ein nachvollziehbares Interesse für die Beauftragung eines strafrechtlich spezialisierten Rechtsanwalts sein. In einfachen Fällen wird hier freilich in der Regel der Gang zum nächsten Polizeirevier ausreichen, um dort die Anzeige zu erstatten. Bei komplexen Sachverhalten kann es aber durchaus Sinn machen, den zur Anzeige zu bringenden Sachverhalt durch einen Rechtsanwalt aufbereiten zu lassen. Wir wissen aus unserer Sachkenntnis und Erfahrung, welche Umstände für die Staatsanwaltschaft entscheidend sind, um Ermittlungen mit Aussicht auf Erfolg aufzunehmen. Nicht selten erleben wir leider auch, dass Mandanten uns berichten mit ihrem Anzeigeersuchen bei der Polizei abweisend behandelt worden zu sein. Auch hier prüfen wir im Auftrag unserer Mandanten die Anzeigewürdigkeit von Sachverhalten und erstatten diese gegebenenfalls auf Wunsch unserer Mandanten. Insbesondere wenn es um die Beteiligung an Kapitalstrafverfahren geht, die gegen den Beschuldigten etwa wegen Mord, Totschlag oder Vergewaltigung geführt werden, haben Geschädigte oder deren unter Umständen ebenfalls beteiligungsberechtigten Angehörigen das Interesse, an einem Strafverfahren gegen den Beschuldigten aktiv mitzuwirken, um auf eine tat- und schuldangemessene Strafe hinzuwirken. Entschließt sich der oder die Geschädigte bzw. deren Angehörige in derlei Fällen, sich in einer sogenannten Nebenklage der von der Staatsanwaltschaft zu erhebenden Anklage anzuschließen, kann die Nebenklagevertretung durch einen strafrechtlich versierten Rechtsanwalt sehr sinnvoll sein. In der Regel entstehen zu Gunsten von Geschädigten zivilrechtliche Ansprüche gegen den oder die Täter. In diesen Fällen kann durch Einbeziehung der Ansprüche in das Strafverfahren eine deutliche Beschleunigung und Erleichterung der Geltendmachung solcher Ansprüche im Vergleich zu einem gewöhnlichen Zivilverfahren erreicht werden. Wir wissen, dass es zudem von erheblichem Vorteil für unsere Mandanten, die wir als Geschädigte vertreten, sein kann, wenn auf eine geschickte Verknüpfung von strafrechtlichen Sanktionen und zivilrechtlichen Haftungsfolgen hingewirkt wird. So kann eine Schmerzensgeldleistung, die dem Beschuldigten im Rahmen einer Bewährungsauflage verhängt wurde im Einzelfall den Interessen eines Geschädigten viel mehr dienen, als ein zivilrechtliches Urteil gegen den Beschuldigten, gegen den vielleicht aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen eine Zwangsvollstreckung schwierig ist.

Die nachfolgend genannten Gebiete bilden Schwerpunkte unserer Tätigkeit auf dem Gebiet des Strafrechts.

Arztstrafrecht

Die strafrechtlichen Risiken, die Ärzte, andere Angehörige von Heilberufen und schließlich auch administrativ in Verwaltung und Management von Einrichtungen des Gesundheitswesens treffen, nehmen mit der zunehmenden Regulierung des Gesundheitswesens stetig zu. Dabei sind die Gegenstände der Strafverfahren, in denen wir tätig werden, vielfältig. Es geht um Vorwürfe von Abrechnungsbetrug, fahrlässige Tötung oder Körperverletzung infolge vorgeworfener Behandlungsfehler oder auch (aktiver) Sterbehilfe. Schließlich werden Verfahren auch im Bereich des Gesundheitswesens nicht selten wegen Korruptionsdelikten wie Vorteilsannahme oder Bestechlichkeit geführt. Auf dem Gebiet des Arztstrafrechts können wir durch unsere strafrechtliche und medizinrechtliche Spezialisierung eine umfassende und gleichzeitig fachkundige Beratung unserer Mandanten hinsichtlich strafrechtlicher, haftungsrechtlicher und berufsrechtlicher Risiken bieten.

Medienstrafrecht

Mit der Entwicklung neuer Kommunikationsformen in den vergangenen Jahrzehnten und hierbei insbesondere mit der Entwicklung und Nutzung des Internets haben sich neue strafrechtliche Risiken ergeben oder auch bereits vorhandene strafrechtliche Risiken verstärkt. Hieraus hat sich die Disziplin des Medienstrafrechts entwickelt. Wir verstehen hierunter sämtliche Delikte, die unter Nutzung moderner Kommunikationsmedien begangen werden. Eine große Rolle spielen hierbei Beleidigungs- und Verleumdungsdelikte zum Nachteil von Individualpersonen die durch Netzwerke und Foren einen ungeahnten Verbreitungsgrad erlangt haben. Aber auch Rufschädigungen zu Lasten von Unternehmen, die in der Regel auch wettbewerbsrechtliche Rechtsfolgen haben, treten zunehmend in Erscheinung. Zu nennen sind ferner Straftaten nach dem Urheberrechtsgesetz, deren Verfolgung jedenfalls im gewerbsmäßigen Bereich nach wie vor die Staatsanwaltschaften beschäftigt. Zum Medienstrafrecht zählen darüber hinaus auch die Straf- und Ordnungswidrigkeitentatbestände der Landespressegesetze und des Telemediengesetzes. Die Fälle des Medienstrafrechts liegen auf der Schnittstelle unserer Kernkompetenzen des Strafrechts und des Medien- und Urheberrechts. Wir können für unsere Mandanten daher unsere Erfahrung und Fachkenntnis aus beiden Bereichen in die Beratung und Vertretung einbringen.

Revisionsrecht

Es ist eine schwer zu vermittelnde Tatsache, dass nach dem System des deutschen Strafprozesses gerade in solchen Fällen, in denen es für den Beschuldigten um viel und nicht selten um „Alles“ geht, es nur eine Gerichtsinstanz gibt, die den Sachverhalt, der sich ereignet haben soll, im Rahmen eine Beweisaufnahme rekonstruiert und verbindlich feststellt. Ein Kapitalverbrechen oder auch ein Wirtschafts- oder Steuerstrafverfahren mit großem Vermögens- oder Steuerschaden wird stets vor einem Landgericht angeklagt werden. Während jeder Beschuldigter, der wegen Trunkenheit im Verkehr oder Ladendiebstahl vor einem Amtsgericht angeklagt wird, gegen ein Urteil Berufung einlegen kann, um die Richtigkeit der Tatsachenfeststellung des Amtsgerichts überprüfen lassen zu können, bleibt dem Beschuldigten, der vor einem Landgericht angeklagt wurde, lediglich die Revision gegen eine Verurteilung. Mit der Revision kann grundsätzlich die Fehlerhaftigkeit der Tatsachenfeststellung und Beweiswürdigung nicht mehr angefochten werden. Die Revision führt nur dann zur Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils, wenn ein Rechtsfehler des Urteils aufgedeckt werden kann. Dies gelingt zugegebenermaßen selbst Spezialisten -statistisch gesehen- selten. Die Revision gegen ein Urteil ist daher eine geringe, aber eben auch häufig die Einzige Chance, durch Aufhebung des Strafurteils eine erneute Durchführung des erstinstanzlichen Verfahrens vor anderen Richtern zu erzwingen. Wir verfügen über die notwendigen strafrechtlichen Kenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet des Revisionsrechts, um unsere Mandanten auf diesem Gebiet zu beraten und zu verteidigen.

Steuerstrafrecht

Steuerstrafverfahren folgen ihren eigenen Regeln. Während sich ein Beschuldigter in einem „gewöhnlichen“ Strafverfahren grundsätzlich im Schutze seines Aussageverweigerungsrechts zunächst abwartend verteidigen kann (aber nicht muss), steht ein Steuerstrafverfahren stets im Zusammenhang mit dem Besteuerungsverfahren der Finanzbehörden, in denen die Nichterfüllung von steuerlichen Erklärungspflichten mit erheblichen Nachteilen verbunden ist. Mehr noch als auf manch anderem Gebiet erfordert es im Steuerstrafrecht daher von einem Rechtsanwalt, sich bei der Beratung seiner Mandanten nicht nur auf die rein strafrechtliche Seite zu beschränken, sondern auch die wirtschaftlichen Folgen der Besteuerung miteinzubeziehen. Wir haben auf diesem Gebiet die Erfahrung gemacht, dass die geschickte Verhandlung einer steuer- und strafrechtlichen Gesamtlösung mit der Finanzverwaltung in den meisten Fällen die für unsere Mandanten vorteilhafteste Alternative ist.

Verkehrsstrafrecht

Strafverfahren mit Tatvorwürfen im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr werden massenhaft geführt. Typischerweise handelt es sich um Trunkenheitsvorwürfe oder um den Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Dass beides nicht als Bagatelle verfolgt wird, merken die Betroffenen meist am Entzug der Fahrerlaubnis. In schwerwiegenden Fällen liegen häufig Unfallgeschehen zum Teil mit tödlichem Ausgang den Strafverfahren zu Grunde. Wir verfügen über vielfältige Erfahrungen auf dem Gebiet des Verkehrsstrafrechts und wissen, welche Maßnahmen einzuleiten sind, um unsere Mandanten in geeigneten Fällen vor dem Entzug der Fahrerlaubnis zu schützen oder jedenfalls die Frist zur Wiedererlangung zu verkürzen. Wie in allen anderen Fällen gilt auch im Verkehrsstrafrecht, dass eine möglichst frühzeitige Einschaltung des strafrechtlich spezialisierten Rechtsanwalts sich auszahlen kann.

Wirtschaftsstrafrecht

Unternehmer und Unternehmensangehörige sind vielfältigen strafrechtlichen Risiken ausgesetzt. Unabhängig davon, ob es sich um Fälle aus der Bau- und Handwerksbranche handelt, bei denen es häufig im Zuge sogenannter „Schwarzarbeit“ um Vorwürfe des Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen einhergehend mit Umsatz- und Einkommenssteuerhinterziehung geht oder um Betrugs- oder Untreuevorwürfe auf dem gebiet der Finanzdienstleister und Anlageberater oder um wettbewerbsrechtliche Vorwürfe von progressiver Kundenwerbung und sog. „Schneeballsystemen“, in allen Fällen ist das Strafverfahren für den Beschuldigten und auch für sein Unternehmen nicht selten existenzbedrohend. Eine Verteidigung durch einen strafrechtlich spezialisierten Rechtsanwalt, der das notwendige unternehmerische Verständnis für die wirtschaftlichen Zusammenhänge mitbringt, ist hier von großem Vorteil. Wir können auf eine erhebliche praktische Erfahrung in der Verteidigung in Wirtschaftsstrafverfahren verweisen.